Was ist Kunst? Nicht nur theoretisch haben diese Frage viele gestellt. Wir sind immer wieder auf Künstler getroffen, die ein sehr plattes Modell von der Welt präsentierten, so dass wir uns fragten, warum sie eigentlich glauben, die Welt sei eine Kugel. Kunst war demnach oftmals eine Abwehr gegen das Denken und eine Ablehnung aller Kriterien.
“Whatever, just do it.”
Diese Aussagen liefen uns in Gesprächen zuwider. Wir fragten uns, ob es Künstler gibt, die über ihr eindeutiges Interesse am Leben auch noch auf die letzte Frage in der Kunst drängen wollen. Wir behaupten nicht, dass es Antworten gäbe, aber die Fragen durch eine sehr plakative Kunst zu verabschieden gefiel uns oftmals nicht. Genau hierin besteht unser gemeinsamer Nenner. Wir fragen uns, was soll das Ganze eigentlich und geben uns nicht so schnell mit Antworten zufrieden.
Entartet oder nicht zeitgemäß, zu lapidar oder technisch unzureichend, verschiedene Kriterien legten nicht nur Kunstkritiker an die Kunst an. Zumeist beanspruchte der Experte hierbei das größte Wissen über Kunst. Zumeist war dies schlichtweg elitär und nicht offen für Diskurs. Auch bei Künstlern vor allem zum Beispiel im klassischen Bereich ist eine große Arroganz zu beobachten. Nicht dass wir deren Fähigkeiten nicht schätzen würden, aber die Überzeugung mit der einige Künstler Antworten vertreten, erschien uns als eine verzweifelte Übertreibung. Was der Verbraucher nicht mehr beurteilen kann, spiele sich in sublimen Sphären der einzigartigen Fähigkeit eben dieses Künstler ab, der schließlich etwas ganz besonderes sei. Künstler hüllen sich dabei gerne in nichtssagende Mysterien, sie verweisen auf unwissbare, aber in ihrer Erfahrung gelagert Sphären des Göttlichen und umgeben sich dann mit der Aura der großen Meditation. Dies erscheint uns zumeist als Scharlatanerie und wir wollen dies hinterfragen.
Doch was ist Kunst, wenn wir die Frage nicht undemokratisch an den Kunstkritiker oder Künstler weiterleiten. Was ist Kunst, wenn wir uns nicht mit den vorgefertigten Antworten zufrieden geben? Wir akzeptieren weder die Antwort, dass Kunst nur aus der Sphäre des Intellektuellen entspringe, doch ebensowenig die Antwort, dass jeder der Kunst meine zu machen, diese dann auch macht. Die Frage ist offen und genau hierfür erscheint uns ein Weblog als die Möglichkeit, endlich demokratisch den Kunstbetrieb zu hinterfragen und eine philosophisch demokratische Perspektive auf Kunst zu eröffnen.
Kompetenzen im Bereich der Kunst haben wir eigentlich keine, nur ein reges Interesse für die Fragen, die bei Kunst aufkommen. Die einzige Kompetenz, die wir haben, besteht darin, dass wir nicht wissen, was Kunst ist, es doch aber als letzten Fragehorizont mit phänomenologischen Analysen erforschen wollen und ganz unbeeindruckt von irgendwelchen Superstars der Kunst sind. Momentan haben wir zwei Probleme beobachtet:
1. Kleinkünstler wehren sich oft gegen angeblich theoretisierende Zugänge und lehnen den Diskurs über Kunst ab
2. Kunsttheoretiker haben eine Tendenz die wesentliche Problemstellung aus den Augen zu verlieren und betätigen sich in Detailanalysen, wobei die Frage bleibt, was das Ganze eigentlich soll
Wir können Kunst eigentlich nur, wie mittlerweile in der Blogosphäre üblich, mit Alltag begegnen und das Bedürfnis der Kunst erforschen. Hier gibt es viele verschiedene Wege, vor allem aber keine Methode. Wohin uns das führt, wissen wir noch nicht, wir hoffen aber, dass uns hierfür die Ideen nicht ausgehen.
Wir sind eine Kunstinteressierte (Veronika Kulscar) als Initiatorin dieses Blogs und ein studierter Philosoph (Norman Schultz), der in gewisser Weise den philosophischen Maschinenraum dieses Blogs bedient. Wir fragen uns, welche Bedeutung die Frage nach der Kunst heute hat. Zudem laden wir viele Menschen ein, sich auf diesem Blog zu beteiligen. Lest auf der Über-Uns-Seite mehr über uns.
Bis bald
Veronika Kulcsar und Norman Schultz